Sonntag, 25. Mai 2014

Hamburg, meine Perle



Ich liebe Hamburg. 


Weil diese Stadt mir zeigt wie wandelbar alles sein kann, dass es immer was neues gibt, dass das Leben eigentlich schön ist, die Menschen nett, dass jeder Moment zählt und ich nächste Woche wieder an der gleichen Stelle stehen kann und alles anders ist. 


Alleine dieser Blick lässt mich kurz alles vergessen und frei sein. Ich kann durchatmen ohne mir Gedanken zu machen.


Leo stand neben mir und alles war kurz gut, seine großen Augen neugierig auf das Schiff gerichtet. 


Es gibt keine Stadt in, die mich so glücklich macht (außer Vancouver).


Ich bin weit weg von allem, kann in Ferne sehen, mir steht alles offen und doch bin ich nur kurz von zu Hause weg. 


Die beste Entscheidung meines Lebens war es hier her zu ziehen, auch wenn viele damals behauptet haben, dass ich damit total auf die Nase falle.


Tja, 8 Jahre später bin ich immer noch hier und wohne direkt neben dieser traumhaften Stadt. Ätsch. Ich geh auch nicht mehr weg. Ich habe hier Wurzeln geschlagen, eine Menge durchgemacht und kann das alles hier "zu Hause" nennen. Ein herrliches Gefühl!  


Hamburg, meine Perle. Für immer.




Freitag, 16. Mai 2014

Mama, wozu braucht man Geld?

"Mama, wozu braucht man Geld? Und wo kommt es her?" - Zwei wichtige Fragen, die bei jedem Einkauf beantwortet werden wollen.

Da wir das Thema immer wieder haben und ich jedes mal erkläre, dass wir arbeiten müssen, also etwas leisten, dafür Geld bekommen und damit den Einkauf bezahlen und vieles mehr, mein Sohn das aber manchmal versteht und manchmal nicht (was meistens daran liegt, dass er keine Lust hat zuzuhören, weil die Gemüseabteilung oder irgendwas anderes gerade spannender ist), erkläre ich ihm das jetzt eben praktisch an verschiedenen Beispielen.

Wenn wir zum Beispiel einkaufen gehen und er das Obst und Gemüse aussucht, einpackt, wiegt und in den Wagen legt, bestimmte Sachen aus den Regalen holt, die wir brauchen und mir an der Kasse hilft die Sachen aufs Band zu legen, bekommt er die Münze aus dem Einkaufswagen als "Verdienst". 
Wenn wir zu Hause aufräumen und putzen und er dabei hilft, bekommt er von mir auch 50 Cent.  Gleiches gilt für Gartenarbeit.

Erstens hat er Spaß an den Dingen, lernt mit anpacken, ist stolz, dass er etwas tun konnte wie ein Erwachsener und lernt dabei gleichzeitig, dass er für sein Geld arbeiten muss. 

Das Geld kommt in sein Portmonee und wenn wir einkaufen gehen darf er sich davon kaufen, was er möchte (ausser es ist totaler Quatsch oder nicht altersgerecht).

So bin ich auch groß geworden und wusste ziemlich früh, dass das Geld nicht einfach so zugeflogen kommt und wie viel es eigentlich wert ist. Die Sachen, die ich mir davon gekauft habe hatten eine viel größere Bedeutung für mich.

Und genau das beobachte ich bei meinem Sohn auch und wenn wir dann darüber reden warum wir Geld brauchen und wo es herkommt, kann er sich ein Stück weit selbst erklären. Je älter er wird, desto mehr Informationen kommen dazu, da er ja auch altersentsprechend andere Fragen stellt. 
Wo es zum Beispiel genau her kommt und warum es aus einem Geldautomaten kommt oder warum wir mit einer Plastikkarte bezahlen können, sind Dinge, die ein 4jähriger dann doch noch nicht ganz versteht. Aber irgendwann werden diese Fragen kommen. Dann komme ich dann leider ins Schwitzen, aber dafür ist ja dann Papa da ;)

Ich finde es sehr sehr wichtig, dass Kinder früh lernen mit Geld umzugehen und nichts als selbstverständlich hinnehmen. Das Geld wächst nun mal nicht auf Bäumen und ohne geht auch nichts. 
Wenn ich etwas haben möchte, dann muss ich dafür auch was tun. Das ist nicht immer leicht, das ist nicht immer schön, aber so ist das Leben.
Warum sollte ich das vor einem Kind verbergen? Das wäre, in meinen Augen, eine falsche Vorstellung, die vermittelt wird.

Es ist wahnsinnig spannend, was unsere Kinder aus unserem Alltag ziehen, erklärt haben wollen, was für uns schon selbstverständlich ist, was ich noch mal alles nachschlagen muss und wieder selbst lerne. 

Und jetzt fahre ich zur Arbeit. Um Geld zu verdienen, damit wir einkaufen können :)

Schönen Tag Euch! Und an alle, die schon frei haben: Schönes Wochenende!



Freitag, 9. Mai 2014

Das Leben ist schön.

Auf dem Weg ins Büro fahre ich durch ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein, mitten durch eine Allee aus riesigen Bäumen, die gerade leuchtend grün im voller Pracht erblühen. Danach folgt ein Grundstück an einem wunderschönen See, auf dem der Raps blüht, von einer Steinmauer umgeben.

Ich kenne diesen Weg so lange. Und habe so viele unterschiedliche Gefühle, wenn ich ihn fahre. Trauer, Schmerz, Wut und Glück.
Ich weiß nie, wie es mir unterwegs geht und wie ich am Ziel ankomme.

Heute war alles anders. Ich sah die Bäume und den Raps anders. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf und traf mich im Herzen: Das Leben ist schön. 

Ich weiß, dass ich vor einem Jahr das Gegenteil dachte. Wenn ich durch die Allee fuhr, die Bäume waren damals noch kahl, war mein Leben nicht schön. Es war sinnlos. Und ich dachte mehrfach: Mach ein Ende und fahr vor einen der Bäume. Boom, peng, Augen zu, weg. 

Es hab Tage, da hatte ich tatsächlich die Augen zu beim Fahren, um zu sehen was passiert. 
Heute bin ich dankbar, dass nichts passiert ist. 
Ich wollte es drauf ankommen lassen, was der Herr da oben, das Schicksal oder was auch immer, mit mir vor hat.
Wenn ich vor der Firma angekommen war stieg ich aus als wäre nichts gewesen. Es weiß keiner bis heute, bis jetzt, was wirklich in mir vorging.

Heute war das alles anders. Es gab keine Achterbahn der Gefühle. Ich hab den Frühling wieder wahrgenommen, den ich letztes Jahr irgendwie verpasst oder verdrängt habe. Mit fehlen Erinnerungen, ich habe Gedächnislücken und weiß nicht warum. Vielleicht durch die Depressionen? Könnte eine Erklärung sein.

Ich fuhr also heute durch diese grüne Allee und war glücklich. Und ich dachte: das Leben ist schön. Das ist es wirklich. 
Und ich bin froh, sogar dankbar, dass der Herr da oben, das Schicksal oder was auch immer, mich hat weiter geradeaus fahren lassen als ich mit meinem Leben spielte. 

Heute stieg ich zufrieden aus. Und glücklich. Aber auch das hat keiner gesehen, denn es ist mein Glück allein. Mein innerer Kampf ist zu Ende. Mein Herz und meine Seele haben ihn gewonnen. Der dunkle Schatten ist weg.

Und nun weine ich vor Glück, weil ich hier sitze und es für Euch aufschreiben kann. 

Das Leben ist schön. Auch wenn es grausam ist.



Donnerstag, 8. Mai 2014

Mein Kind vs. Mein Hund!

Wie bereits im vorherigen Post berichtet haben wir dieses Mal in unserem Urlaub an der Ostsee den Hundestrand kennengelernt und die dazugehörigen anderen Hundebesitzer. 

Und da verhält es sich ähnlich wie auf einem Kinderspielplatz:
Es gibt nette Eltern, die auf ihre Kinder achten und eben nicht so nette, denen alles scheissegal ist und ihr Kind ja nie was tut oder es nicht so meint.
Ich war also gewappnet!!!

Das Wetter an unserem ersten Tag am Hundestrand war durchwachsen. Nicht wirklich warm, nicht wirklich kalt, aber trocken und sonnig. Ideal also für April an der See. Leo hat sich unterwegs noch schnell mit Papa zusammen einen Eimer und eine große Schaufel geholt damit er auch ordentlich buddeln und Muscheln suchen kann. 

Wir haben ihm von vornherein erklärt, dass wir an einen anderen Teil des Strandes gehen und dort viele Hunde sein werden, nicht angeleint, dass nicht alle so lieb sind wie Charlie und spielende Hunde durchaus angsteinflößend sein können, sie es aber nicht so meinen, das kennt er ja. Hatte er alles verstanden und freute sich sehr auf den "neuen" Strand. 

Er rannte auch gleich drauf los, es waren nicht viele Hunde da, etwas weiter weg, waren zwei Große und ein Kleiner, die tobten, sich aber nicht für uns interessierten. Wir blieben gleich am Anfang des Hundebereiches, denn dort wollte Leo buddeln. Charlie blieb erst mal an der Leine, denn mit hören und zurückkommen hat er es noch nicht so, das üben wir gerade noch. Es war uns einfach noch zu gefährlich ihn loszumachen. 

Und dann kam eine Dame mit einem mittelgroßen Hund (fragt mich nicht nach der Rasse, irgendwas zottelartiges) und ein Herr mit einem Jagdhund (fragt mich da mich da auch nicht nach der Rasse! Groß, braun, Schlappohren. Ich weiß, dass es ein Jagdhund ist, ich weiss nur den genauen Namen der Rasse nicht). Wir konnten schon vom Weiten erkennen, dass beide mit ihren Hunden an der Leine schon stark zu kämpfen hatten.
Als sie in unserer Nähe waren liessen sie die Hunde los. So weit, so gut. Unser wollte natürlich auch spielen, hatte dann aber doch mehr Schiss vor den beiden.

Leo, allerdings, stand in der Schusslinie. Beide Hunde umkreisten ihn ziemlich wild. Er wurde ängstlich, unsicher, bekam leichte Panik. Die beiden Besitzer der Hunde haben das wohl gesehen, es hat sie aber nicht interessiert. Von der Dame kam ein stumpfes " Ja, die wollen hat nur spielen! Muss man den Hund auch mal loslassen!!! Der muss ja auch mal Spaß haben!" Als ich dann etwas ungehaltener anmerkte, dass es gerade nicht um den Hund ginge, sondern um mein Kind und dass man da durchaus Rücksicht nehmen sollte und meines Erachtens nach auch MUSS, brach das Donnerwetter aus. Was sie sagte, weiß ich nicht, ich habe nicht mehr hingehört. Der Herr nahm seinen großen Hund netterweise an die Leine. Wenigstens er hat dann reagiert. Sie ist dann weiter gegangen. 

Leo war leicht panisch und hat nun Angst vor größeren Hunden, weil er es einfach auch nicht einschätzen konnte. Wie kann ein Kind von 4 Jahren das auch? Selbst ich kann es nicht immer einschätzen. Das mag daran liegen, dass ich mich jetzt erst intensiv mit dem Thema Hunden auseinandersetze oder daran, dass wir in letzter Zeit schlechte Erfahrungen gemacht haben und ich auch langsam Angst bekomme bei diversen Hunden und ihren Haltern.

Es kann nicht sein, dass ich spazieren gehe und ein zähnefletschender Hund vor uns steht, weil der Besitzer keinen Zaun um sein Grundstück baut, weil ER der Meinung ist, das bräuchte man nicht, der Hund tut ja nichts. Ich war froh, dass Leo nicht dabei war. 

Es kann auch nicht sein, dass ich spazieren gehe und ein Auto fährt auf eine Einfahrt, an der man gerade vorbei geht, wo man erst ein elektrisches Tor öffnen muss, der Fahrer uns sieht und zwei große Hunde auf uns zulaufen lässt, die ganz sicher auch nicht spielen wollten, so viel konnte ich wohl erkennen. 

Es kann auch nicht sein, dass man an kaputten Zäunen entlang geht und man angeknurrt wird von einem zähnefletschenden Hund und die Besitzer das lustig finden und auch noch "FASS!" rufen. Da rutscht mir auch das Herz in die Hose.

Ich kenne zum Glück einige Hunde und ihre Besitzer, die nicht so sind. Ich habe mir das mit unserem Hund auch sehr gut überlegt. Wir haben lange, lange gewartet und uns über alle Rassen schlau gemacht, was zu uns passt, ob wir damit umgehen können, was auf uns zu kommt. 

Ich weiß, wenn mir ein Kind entgegen kommt, habe ich meinen Hund an der Leine oder bei Fuss. Mein Hund darf gerne bellen, wenn jemand Fremdes am Zaun entlang geht, aber ich pfeiffe ihn zurück, wenn es überhand nimmt und ich es mitbekomme. 

Wenn mein Hund draussen auf der Einfahrt ist und es kommen Fremde, Kinder, was auch immer, muss er sofort zu mir kommen. Das muss er lernen und da arbeiten wir auch dran. 

Ich möchte nicht so einen Hund. Ich möchte auch solchen Hunden nicht mehr begegnen. 

Es ist eben wie bei Kindern: Manche "Eltern" versauen eben alles. Erziehung ist wichtig, wird aber meistens als lächerlich betrachtet. 

Ich bin auch nicht die perfekte Hundebesitzerin. Es gibt aber Dinge, auf die ich achte, die mir wichtig sind. Ich lebe nicht allein mit meinem Hund in dieser Welt und es ist und bleibt ein Tier. So süß und lieb wie mein Hund sein kann, ich weiß nicht wie er auf bestimmte Situationen und Kinder reagiert genauso wenig weiß ich, wie mein Kind auf bestimmte Hunde reagiert. 

Das werden aber manche Menschen leider nie verstehen.

Zum Glück haben wir auch sehr sehr positive Erfahrungen machen dürfen und durch unsern Charlie ganz liebe Menschen und Hunde kennengelernt, große und kleine. 

Ich muss meine Angst wieder besiegen und Leo wird bestimmt auch wieder schnell merken, dass es viele liebe Hunde gibt. 

Schade nur, dass man so was überhaupt erleben muss. 




Meine große Liebe: Die Ostsee

In der Woche nach Ostern waren wir mal wieder eine Woche an der Ostsee. 
Es war herrlich! Wir hatten sogar gutes Wetter (das hatten wir die letzten Male als wir dort waren leider nicht, selbst um Juni letzten Jahres regnete es leider und war sehr kalt).

Mein Mann und ich wir lieben die Ostsee. Wir waren als Kinder schon dort und haben wahrscheinlich miteinander gespielt ohne zu ahnen, dass wir später mal verheiratet sein würden. Es ist schön Erinnerungen zu haben, die wir beide teilen, obwohl wir uns damals nicht kannten und diese weiterzugeben an unseren Sohn. Er ist auch schon großer Ostsee-Fan, wir haben ihn damit angesteckt, hihi...

Da wir es nicht so weit dort hin haben (wir sind in knapp 45 Minuten dort) findet man uns dort natürlich öfter, auch gerne mal am Wochenende. Wenn wir dann gleich eine ganze Woche oder länger dort bleiben können, beginnt bei uns schon Monate vorher eine große Vorfreude. 
Die einen fliegen gerne auf die Kanaren oder Mallorca: Wir fahren nach Grömitz!

Wir haben so oft Kataloge gewälzt, uns Hotels und Flüge angeschaut und landen dann doch am Ostseestrand. Wir sind einfach zu faul alles in Koffer zu packen und in ein Flugzeug zu schleppen, wenn man es auch ins Auto packen kann und so schnell da ist.
Natürlich werden wir auch mal mit Leo in den Urlaub fliegen, aber jetzt ist erstmal das Haus dran. Es ist halt eben auch alles an einen gewissen Kostenfaktor gebunden. Alles geht nun mal nicht.

Diese eine Woche war für uns Erholung pur! Gutes Wetter, Strand, Spaziergänge, ein wunderschönes Ferienhaus mit allem drum und dran, kann es besser sein?  

Der Hund war glücklich, Leo war glücklich, wir waren glücklich. Und es kam uns vor als wären wir 3 Wochen weg gewesen. So entspannt waren wir ewig nicht. Wir haben einfach alle Gedanken zu Hause gelassen und nur in den Tag hineingelebt. So wie Urlaub eben sein soll.

Für uns taten sich sogar neue Welten auf, denn den Hundestrand kannten wir bisher noch nicht. Er ist sehr schön in Grömitz, das muss ich sagen. Die meisten Hundebesitzer sind auch sehr nett, wir haben sehr nette Gespräche geführt. 

Leider gibt es einige Hundebesitzer, die auf Kinder nicht wirklich achten oder ihren Hund über die Kinder stellen, das bleibt dann doch eher negativ im Hinterkopf. Darauf werde ich den nächsten Tagen aber noch mal gesondert eingehen. 

Für mich persönlich ist Urlaub am Meer immer sehr entspannend. Das Rauschen des Meeres, der Blick auf den Horizont, die Wellen, die Seeluft, all das lässt mich vom Alltag abschalten. Ich kann in Ruhe nachdenken, plane nichts mehr, grüble über die Vergangenheit und die Zukunft, was wohl so kommen mag, beschäftige mich aber nicht allzu sehr damit, geniesse den Moment, denn auch, wenn der Blick aufs Wasser immer gleich aussieht, ist er doch einzigartig und jedes mal ein wenig anders, wenn man genau hinschaut.

Deswegen habe ich immer meine Kamera dabei. Um jeden kleinen schönen Moment des Lebens einzufangen.

Vielleicht bringe ich Euch ja damit ein bisschen Urlaub nach Hause? Und auch etwas Sonne, denn da draussen regnet es ja heute wie im November... Jedenfalls hier im Norden.

Macht Euch schöne Gedanken und geniesst den Moment.

















Donnerstag, 17. April 2014

Karfreitag

Es gibt einen christlichen Feiertag im Jahr, da bin ich pingelig. Sehr pingelig zum Ärger meines Mannes, der ja eh so gar nichts mit Kirche am Hut hat und sich selbst als Atheist bezeichnet, und das ist Karfreitag.

Karfreitag und Ostern sind nunmal die wichtigsten religiösen Feiertage und da bin ich streng. So bin ich groß geworden, so gebe ich das weiter, also auch eine Art von Tradition. 

Diese Tradition treibt meinen Mann allerdings jedes Jahr leicht in den Wahnsinn. Als Fleischliebhaber ("Fleisch ist mein Gemüse, also MEHR Fleisch!") hat er die A-Karte, denn Karfreitag herrscht hier striktes Fleischverbot. Keine Wurst, kein Fleisch, nichts was damit zu tun hat. Es gibt Pfannkuchen oder Struwen (da ist sie wieder, die westfälische Heimat), da muss er durch. Früher gab es immer Fisch, aber den isst er ja auch nicht (ja, ich habe es schwer hier ;) ).

Da Leo letztes Jahr getauft wurde und alles was mit Gott zu tun hat momentan wahnsinnig spannend findet ("Mama, weisst Du, Gott macht alles. ALLES!! Alles macht der! Ist das nicht cool, Mama? Wusstest Du das, dass der ALLES macht?! ALLES, Mama". Man merkt durchaus den christlichen Kindergarten, oder?) muss ich natürlich auch seit Tagen begründen warum wir Karfreitag kein Fleisch essen und in den meisten Städten ein Tanzverbot gilt. 

Und jetzt hat mein Mann also dieses Jahr zwei hier sitzen, die "NEIN!" schreien werden, wenn er wie jedes Jahr versuchen wird sich Wurst auf's Brot zu legen. Herrlich!!! Der arme Kerl tut mir jetzt schon leid. Allerdings nur ein bisschen.

Auf der anderen Seite sagte er mir neulich, er sei sehr froh, dass ich solche Tage konsequent durchziehe und Leo diese wichtigen Sachen mit auf den Weg gebe, auch wenn er sie überhaupt nicht nachvollziehen kann, so als Atheist. Trotzdem sei es auch eine Art der Allgemeinbildung. 

Recht hat er. 

Wir leben hier auch nicht streng christlich oder gehen jeden Sonntag in die Kirche. Wir glauben an bestimmte Dinge oder eben auch nicht. Dennoch finde ich es sehr wichtig Kindern auch diese religiösen Feiertage zu erläutern und als Wissen mit auf den Weg zu geben.

Selbst, wenn Leo sich irgendwann auch dazu entscheiden sollte wie sein Vater Atheist zu sein, dann ist das so. Er kennt dann aber beide Seiten und kann selbst entscheiden an was er glauben möchte. Wir geben ihm beides mit auf den Weg.

Ich persönlich finde es sehr traurig, dass viele Kinder nur noch den Osterhasen und den Weihnachtsmann kennen, nicht aber die Weihnachtsgeschichte oder die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. 

Das hört sich jetzt alles wieder kitschig und konservativ an, auch dass Leo jedem dauernd erzählt, dass Gott alles macht und wie toll er das findet. Er bekommt aber eben alles erklärt und zieht seine Schlüsse daraus. Wir können da wirklich nichts für, wenn er solche Aussagen lautstark verkündet, wir bringen ihm da nichts bei oder so was in der Art. Ich find das auch irgendwie niedlich, wie er sich selbst die Welt erklärt und alles was dazugehört. 

Sollte das nicht auch genau so sein? Dass ein Kind alles mit auf den Weg bekommt, sich die Welt erklärt, uns seine Ansichten mitteilt, man darüber redet und daraus lernt? Und damit meine ich dann mal wirklich ALLES.

Selbst, wenn man nicht an Gott glaubt, nichts mit der Kirche zu tun hat, sollte man seinem Kind nicht trotzdem die Chance geben wenigstens die wichtigsten Sachen zu lernen?





Mittwoch, 16. April 2014

"Ich glaub, mich tritt ein Kind" - Eine Buchempfehlung

Es gibt tausende Bücher über das Thema Schwangerschaft. Ratgeber, Erfahrungsberichte, etc., aber dieses hier sieht nicht nur auf den ersten Blick ansprechend aus, es ist verdammt gut!

Alleine der Titel hat mich, obwohl ich bereits Mutter bin, neugierig gemacht. "Ich glaub, mich tritt ein Kind!" - Ja, natürlich, dachte ich immer schmunzelnd, was denn sonst? Ein Elefant? Wer weiß ;) 

Dann habe ich angefangen zu lesen.... Und habe gelacht, mich an mich selbst erinnert gefühlt und deswegen noch mehr gelacht. 

Worum geht es und was macht dieses Buch so anders, als andere Bücher für Schwangere?

Kurz gesagt: Es ist ehrlich! Eine werdende Mutter stellt ehrliche Fragen, die sie beschäftigen, was da alles so auf sie zukommt, was sich verändert, was ihr Angst macht, an eine Mutter, die bereits 3 Kinder hat. Und diese beantwortet die Fragen einfach schonungslos ehrlich.

Es wird nichts übertrieben, ausgeschmückt, schön geredet. Nein. Es wird knallhart gesagt wie es ist. 

Wir erleben also die Schwangerschaft von Caroline Rosales mit all ihren Ängsten, ihren Launen, körperlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind (an die, die bereits eine oder mehrere Schwangerschaften hinter sich haben): Jede Frau hat teilweise eine Scheissangst, weil sie keinen Plan hat, was genau da eigentlich auf sie zukommt und wie sie als Mutter werden wird, ob sie alles richtig macht.

Und auf all diese Fragen, die ich selbst auch teilweise genau so hatte, bekommen wir Antworten von Lisa Harmann, einer dreifachen Mutter, als schonungslose Wahrheit geliefert. 

Genau deswegen ist dieses Buch anders. Es haut Fakten auf den Tisch und es wird nichts verschwiegen oder verschönt. 

Ich hätte mir damals, als ich schwanger war, so ein Buch gewünscht. Es hätte mir fast alle Fragen beantwortet und mich beruhigt, ich hätte was zum Schmunzeln gehabt, anstatt dauernd irgendwelche Statistiken, Ratgeber und Checklisten vor Augen zu haben, die mich schon irgendwie panisch gemacht haben.

Wer also noch ein Geschenk für eine schwangere Schwester/Freundin/Bekannte sucht: Ich kann es nur empfehlen! Auch für uns Mütter, die bereits ein Kind haben ist es sehr lesenswert und amüsant.

Bei Amazon (den Link findet ihr, wenn ihr auf den folgenden Buchtitel klickt) könnt ihr auch ins Buch hineinschauen, Euch selbst einen Eindruck verschaffen und es natürlich sofort kaufen ;)

"Ich glaub, mich tritt ein Kind" - Für mich persönlich eines der besten Bücher zum Thema Schwangerschaft.

Ihr findet die beiden Autorinnen übrigens auch im Internet:

Bei Facebook: Stadt, Land, Mama
Der Blog der beiden: http://www.stadt-land-mama.de