Meine Meinung, mein Leben - unverschönt und unzensiert! Mutter eines Sohnes (9),einer Tochter (4) und einem Sternenkind (6) aus Schleswig-Holstein mit westfälischen Wurzeln.
Donnerstag, 21. März 2019
Hallo Welt.
Ich lebe noch. Oder wieder. Sagen wir es mal so...
Das letzte Jahr war, um es ganz ehrlich zu sagen, scheisse. Das trifft es ganz gut auf den Punkt.
Mein Leben wurde erneut einmal komplett auf den Kopf gestellt. Mehrfach.
Der Boden wurde mir mehrfach einfach weggerissen und teilweise habe ich es auch einfach so zugelassen. Stand einfach in die Leere starrend, atemlos, panisch da und habe gesehen, wie alles zerbricht ohne Kraft es aufzuhalten.
Es waren dunkle Zeiten. Sehr dunkle Zeiten.
Als ich dachte ich hätte den gröbsten Scherbenhaufen geklebt, da starb einfach plötzlich, wie aus dem Nichts, meine Mama. Einfach so. Zack, weg. Und ich stand da, oder lag da trifft es wohl besser, und konnte nichts mehr als Schreien aus reiner und purer Verzweiflung.
Sie war mein Halt und mein Anker. Und wieder war alles aus den Fugen geraten. Einen Tag vor meinem Geburtstag. Jenen verbrachte ich dann in meiner alten Heimat. Und suchte eine Urne und Grabschmuck für sie aus. Makaber. Ekelhaft. Nicht in Worte zu fassen eigentlich.
Jetzt, im Jahr 2019, nach Wochen des Verlorenseins und der Trauer um so viele verlorene Menschen und Dinge stehe ich hier und schaue zurück. Und nach vorne.
Ich wünschte ich könnte meiner Mama sagen, dass sie Recht hatte. Das Leben lässt Dich stolpern und tief fallen, aber Du kannst immer aufstehen, Kind, und weitergehen. All das lässt Dich lernen und macht Dich am Ende stärker. Irgendwann stehst Du wieder auf sicherem Boden, mit beiden Beinen, blickst zurück und weisst, was Du alles schaffen kannst und auf wen zu zählen kannst. Und Du wirst stärker sein als je zuvor.
Ich habe nicht ansatzweise geahnt, wer mich alles auffängt, wer mir hilft, wie ich mir selber helfen kann. Familie. Freunde. Musik. Begegnungen. Therapie. Mein Hund.
Und ja, der größte Teil des Scherbenhaufens ist geklebt und er hält.
Ich kann wieder lachen, ich traue mir mehr zu. Ich habe wieder Pläne, Ziele, ein Leben vor Augen.
Es geht mir nicht super. Aber es geht mir gut. Und das ist aktuell ein wunderbarer Fortschritt auf den ich wahnsinnig stolz bin.
Ich war ganz tief unter Wasser und habe mich wieder an die Oberfläche gekämpft. Und egal, was da noch kommen mag: Ich habe keine Angst mehr. Nichts kann mich mehr dermassen brechen. Nichts und niemand.
Meine Mama war eine sehr starke Frau. Ich habe sie selten weinen gesehen und wenn, dann nicht lange. Wenn sie mir eins mit auf den Weg gegeben hat, dann diese Stärke, auch wenn ich das selber nicht gewusst habe und immer behauptet habe, ich hätte diese Stärke nicht. Es gibt immer für alles eine Lösung, auch wenn Du sie gerade nicht siehst und alles wird irgendwann besser. Du musst nur daran glauben.
Es ist schwer und merkwürdig ohne sie, denn sie war, so blöd es auch klingen mag, auch meine beste Freundin. Wir waren unzertrennlich, selbst dann, wenn wir uns tierisch auf den Nerv gegangen sind.
Sie hinterlässt eine riesengroße Lücke.
Ihre Stimme allerdings wird immer in meinem Kopf bleiben und so wird sie dennoch immer bei mir sein und auf mich aufpassen.
Ich weiss nicht, was die Zukunft für mich bereit hält. Was ich weiss ist, dass es eigentlich nicht mehr Schlimmer kommen kann und es von jetzt ab nur noch aufwärts gehen kann und 2019 mir nur Glück in allen Bereichen bringen sollte.
Es stehen noch viele Veränderungen an, aber auch die werde ich irgendwie wuppen.
Was ich noch weiss ist, dass ich nicht alleine da durch muss und auch nie alleine war. Es sind so viele liebe Menschen um mich herum, die mir zuhören, mir helfen, mich unterstützen, sich kümmern und bei manchen weiss ich gar nicht wie ich das je zurückgeben kann.
Sie haben mich am Boden gesehen. Nach Luft ringend. Wirklich am Ende. Sie habe mich gehalten und getröstet, mir gesagt, dass alles gut wird und sie immer da sind, wenn ich sie brauche. Und das waren sie. Wie es ohne sie gewesen wäre möchte ich mir gar nicht erst ausmalen...
Was ich auch weiss, ist, dass ich stark gekämpft habe um bestimmte Dinge. Ich habe nicht gewonnen. Das war letztendlich auch nicht möglich. Ich habe es jedoch versucht und kann zurückblicken und beruhigt sagen, ich habe ALLES versucht.
Für die Zukunft wünsche ich mir für meine Kinder und mich, dass ich wieder richtig glücklich bin mit allem, was dazugehört und dass sie sehen, dass das was ihre Oma immer gesagt hat stimmt. Es geht immer weiter, es gibt immer eine Lösung, man steht immer wieder auf, egal wie schlimm es kommt, niemand ist allein, das Leben kann grausam sein, jedoch auch wieder schön werden. Es gibt eben gute und schlechte Zeiten.
Ich wünsche mir sehr, dass auch die beiden diese Stärke in sich tragen, die meine Mama mir mitgegeben hat und dass sie lernen ihre Gefühle zuzulassen und damit richtig umzugehen wissen, denn das macht schwierige Zeiten besser erträglich. Manchmal muss einfach einmal alles raus, egal auf welchem Weg, da muss jeder seinen eigenen finden.
Ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie auch Freunde finden, die sie so auffangen und unterstützen, sollten ihr Vater und ich mal nicht mehr sein und bin sehr sehr dankbar, dass ich Freunde habe, die meine Kinder mit auffangen, wertschätzen und sich mit um sie Sorgen und kümmern. Das ist goldwert und unbezahlbar.
Also. Hallo Welt. Ich bin wieder da und bin gespannt, was Du noch für mich bereit hälst. Den Karmabus kannst Du allerdings jetzt bitte weiterschicken, der war zu lange hier. Schick stattdessen bitte den Glücksbus, denn ich wäre jetzt schon bereit für mein eigenes kleines persönliches Wunder.
Samstag, 12. Dezember 2015
Gedanken.
Mir kommt es vor als wäre der letzte Heiligabend gerade erst gewesen. Ich weiß nicht wo dieses Jahr geblieben ist.
Letztes Jahr saß ich hochschwanger vorm Weihnachtsbaum von Emotionen überwältigt, mir nicht vorstellen wollen wie die Zukunft wird, vor lauter Angst, dass mir diese ungeborene Kind auch genommen werden könnte.
Ein Jahr später stelle ich einen Weihnachtsbaum auf mit zwei Kindern, die gespannt darauf warten. Der Sohn, weil er weiß was kommt, die Tochter mit großen Augen, weil es ihr erstes Weihnachtsfest ist.
Viele fragten zwischendurch wie es mir nun geht mit zwei Kindern, wie es ist, ob ich es mir so vorgestellt habe. Einige fragen es direkt, viele indirekt und ein paar wenige denken es nur und trauen sich nicht zu fragen.
Ist es anders als die anderen Jahre?
Ja. Ich fühle mich komplett, ausgefüllt, repariert, wenn man so will. Nicht zu 100%, aber sagen wir mal zu 80%.
Bin ich glücklich?
Ja. Irgendwie schon. So absurd das auch klingen mag.
Aber auch genauso traurig und schmerzerfüllt.
Ist mein Leben jetzt wieder "normal"?
Nein. Ist es nicht. Wird es nie mehr sein. Egal, wie sehr ich es mir auch wünsche, es wird immer Momente geben in denen ich einknicke, in denen alles unfair erscheint und die Welt unglaublich dunkel wird.
Diese Momente werden weniger, aber sie kommen und gehen wie sie wollen.
Was hat sich geändert in diesem einen Jahr?
Eine Menge!
Ich habe ein Jahr voller heftiger Emotionen hinter mir. Ängste, Freude, Verluste, Wiedersehen mit denen ich nicht mehr gerechnet hatte.
Ich bin ein Stück wieder Ich geworden, auch damit habe ich nicht mehr gerechnet. Ich bin stärker geworden, lebensfroher, mutiger.
Es sind neue Menschen in mein Leben getreten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil geworden. Ohne sie hätte vieles keinen Sinn. Sie geben mir einen Halt, den ich bisher so hier nicht hatte.
Ich kann mich auf sie verlassen, sie bringen mich zum Lachen, sie helfen mir, wenn ich sie brauche und auch wenn ich so tue als bräuchte ich keine Hilfe. Sie sind für meine Kinder da, hören mir zu und sagen mir auch mal die Meinung, wenn ich mal wieder übertreibe.
Sie sind ehrlich zu mir, das ist das wichtigste. Ich muss mich in ihrer Gegenwart nicht verstellen, muss nichts verbergen. Seien wir ehrlich: Das ist Gold wert!
In diesem einen Jahr hat sich unglaublich viel für mich geändert und ich bin dafür sehr, sehr dankbar.
Wenn ich überlege, dass ich vor nicht allzu langer Zeit diesem Leben ein Ende setzen wollte...
Jetzt, in diesem Moment ist es unvorstellbar für mich. Ich bin sehr froh und dankbar, dass mich, was auch immer es war in diesem einen kurzen Moment, etwas daran gehindert hat.
Ich habe zwei gesunde Kinder, ich selbst bin gesund, alle, die mir am Herzen liegen sind gesund und ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.
In diesen paar Monaten, in dieser kurzen Zeitspanne habe ich viele Kinder zu den Sternen reisen sehen. Ich hätte gerne jedes einzelne gerettet. Würde den Eltern gerne sagen, dass sie weiter hoffen sollen, mutig sein sollen, dass das Leben schön sein kann. Sie werden es mir nicht glauben können und auch das kann ich verstehen. Denn ich selbst war auch an diesem Punkt und egal, was ich sage, es wird nicht in ihren Köpfen ankommen, was völlig normal ist.
Ich wünsche ihnen allen von Herzen, dass bessere Zeiten kommen, dass sie wieder "leben" können.
In der gleichen Zeit habe ich gesunde neugeborenen Kinder gesehen und mich innerlich und teilweise auch nach Aussen gefreut als wären sie meine eigenen.
Für viele mag das doof und kitschig klingen: Ich freue mich über jedes kleine gesunde Wesen, dass auf diese Welt kommt und heisse es herzlich Willkommen, manchmal vielleicht etwas zu überschwänglich, so bin ich nun mal.
Unsere Welt mag nicht immer schön sein, sie mag nicht immer einfach sein. Es passieren Dinge, die uns Angst machen, die uns überlegen lassen, ob es Sinn macht ein Kind in diese Welt zu setzen.
Aber was wären wir ohne? Wer soll die Welt besser machen?
Das Lächeln eines Babies macht unsere Herzen weich. Es lässt uns die Sorgen des Alltags für einen Moment vergessen, lässt uns hoffen von einer besseren Welt, einer besseren Zukunft.
Meine kleine Tochter zeigt mir mit ihren mittlerweile fast 11 Monaten jeden Tag wie schön diese Welt sein kann. Mein Sohn mit seinen fast 6 Jahren (wo ist denn bloß die Zeit hin???!!!) erklärt mir genau seine Welt, jeden Tag ein Stückchen mehr und er sieht und bemerkt manchmal Dinge, die wir als Erwachsene einfach vergessen oder übersehen.
Vielleicht sollten wir mehr auf unsere Kinder hören. Den Alltag ruhen lassen und uns ihre kleine Welt anschauen.
Vielleicht sind viele Dinge gar nicht so wichtig. Viele Ärgernisse gar nicht so ärgerlich.
Und wie mein Sohn kürzlich richtig erkannte:
Ist es nicht totaler Quatsch nur zu Weihnachten an einander zu denken? Sollten wir uns nicht jeden Tag sagen, dass wir uns gern haben und einander eine Freude machen, danke sagen für das, was wir haben?
Ich fange einfach mal an und sage DANKE für meine zwei gesunden Kinder, die bei mir sind auch auch für den einen, der über uns wacht.
DANKE an all meine Freunde und Helfer. Ohne Euch wäre meine Welt definitiv nich so schön. Ich möchte keinen einzigen von Euch missen (ich denke, ihr wisst wer genau gemeint ist)
DANKE an meinen Mann, der mir so viel ermöglicht und mir trotz all meiner Ecken und Kanten immer den Rücken stärkt.
DANKE an meine Mama, die immer ein offenes Ohr hat für (fast) alles, an meine Familie, die leider viel zu weit weg wohnt, die trotz allem immer zusammen hält, wenn es hart auf hart kommt, die mich großgezogen hat, mir so verdammt viel mit auf den Weg gegeben hat, was ich jetzt erst richtig zu schätzen weiss.
Auch wenn es Quatsch ist, das man Weihnachten dazu braucht, ich weiß, dass es einigen dann jedoch etwas leichter fällt:
Sagt einfach mal Danke und ein paar nette Worte. Das ist oft mehr Wert als jedes Geschenk. Nehmt euch Zeit für die Menschen, die ihr gern habt, denn das sind Geschenke, die von Herzen kommen, die in Erinnerung bleiben.
Samstag, 14. November 2015
Erschüttert.
Mittwoch, 22. April 2015
Aus dem Leben mit Stubenhockern.
Sohn & Tochter sind anscheinend nicht so begeistert von diesem Plan.
Sohn meckert, er will lieber Playstation spielen. Letzteres hat natürlich höchste Priorität! (Ja, an dieser Stelle sei gesagt mein Sohn ist 5 und spielt Playstation. Schande über uns modernen Eltern, die dem Technikwahn verfallen sind!)
Nein, sage ich, bei dem Wetter gehen wir raus! Da wird nicht in der Bude gehockt! Reicht, dass der Hund heute nicht rauswollte, warum auch immer, obwohl ich mit ihm spielen wollte. Hat sich einfach auf die Couch gelegt (ja, unser Hund darf das, wenn seine Decke dort liegt!) und mich angeguckt als wollte ich ihn veräppeln. Was er genau gedacht hat möchte ich lieber nicht wissen, der Blick sagte alles!
Tochter brüllt. Ich dachte wegen Hunger. Ne. Brüllte einfach so. Soll bei 3 Monate alten Babies ja auch mal vorkommen.
Während ich rätselte, was meine Tochter denn nun hat, zog mein feiner Herr Sohn bereits die Schuhe aus (die Hose blieb zum Glück heute mal an), murmelte irgendwas wegen der Playstation bis ihm einfiel, er könne ja auch oben in seinem Zimmer weiter mit Lego sein Raumschiff bauen.
Ich wurde leicht genervt. Ich hatte bereits leichten Tinnitus auf einem Ohr und rätselte immer noch was die Kleine wohl haben könnte. Vielleicht einfach schlechte Laune, dachte ich, kann ja sein. Hatte ich ja mittlerweile auch irgendwie.
Etwas angefressen, dass wir wohl offensichtlich gar nichts machen können, weil der eine lieber in der Bude hockt und die andere heult, legte ich meine Tochter kurz in den Laufstall um sie wieder auszuziehen und dann das Auto wieder auszuladen. Baby kurz ruhig. Chance nutzen.
Also schnell raus, die Wickeltasche und den Maxicosi holen. Maxicosi fällt runter. Samt Kleinkram ( des Sohnes gesammelte Werke aus dem Kindergarten), den ich vorher reingeworfen habe. Beim Aufheben rutscht meine Hose runter, "Oh Gott! hoffentlich sieht das keiner!!!" Schnell hoch, alles einsammeln, Hose hochziehen. Thermoskanne fällt aus der Wickeltasche auf meinen Fuss. Ich schreie. Hose wieder runtergerutscht.
Schnell reingelaufen, weil ich ja dachte, das Baby heult gleich wieder.
Meine Tochter lag in ihrem Laufstall und erfreute sich an ihrem Spielbogen. Sie lachte wieder geräuschvoll vor sich hin.
Mein Sohn war in seinem Zimmer und sang aus lautstark zusammen mit Spongebob dessen "tolle" Lieder.
Mein Hund lag -mal wieder - auf der Couch.
Ich stand in der Tür. Schweiß gebadet, Hose rutschend, Haare zu Berge stehend, dachte "Was habe ich bitte für Stubenhocker zu Hause?" und war leicht angenervt. Genau genommen war ich ziemlich angepisst. Denn ICH wollte ja raus. Aber der Rest eben nicht. Die schauten mich alle nur irgendwie doof an. Selbst die Kleine, auch wenn ich der Meinung bin, dass sie das ja noch nicht kann mit ihren 3 Monaten, aber es sah eben so aus...
Dann musste ich lachen. Aber so richtig. Und zwar laut! Wie muss das bitte da draussen ausgesehen haben? Ein wutentbrannte Mutter, die richtig schlecht gelaunt die Sachen aus dem Auto holt, alles runterfällt und dann noch die Hose sonst wo hängt! Entertainment pur für die Nachbarn!
So ist das alles Mutter. Machste, tuste, planste was und ZACK! machen Dir die Knirpse einen Strich durch die Rechnung.
Aber gleich, wenn mein Mann da ist, dann fahr ich noch mal ganz alleine los. Und kaufe mir einen Gürtel! ;)
Mittwoch, 25. März 2015
Warum mich dieser Flugzeugabsturz so sehr trifft.
Ich finde es auch genauso fürchterlich, dass Menschen nun Angst haben ihren Job auszuführen. Ich kann sie durchaus verstehen. Sowas steckt man nicht mal eben so weg und macht weiter wie immer. Es sind Kollegen, auch wenn man sie nicht persönlich kannte, die gestern gestorben sind.
Dienstag, 10. März 2015
Auf das Leben!
Letzten Sonntag kam der Frühling. Endlich Sonne! Gute Laune, Lächeln, Energie tanken, entspannen. Das haben wir auch alles getan, allerdings haben wir auch über das Leben nachgedacht und gerade mir wurde mal wieder vor Augen geführt, wie schnell es vorbei sein kann und wie wenig wir es manchmal schätzen oder besser gesagt die Menschen in unserem Leben, auch wenn es nur flüchtige Bekannte sind.
Unsere kleine Pheline war mittags etwas sehr quengelig, also bin ich mit ihr eine Runde spazieren gegangen. Wenn wir beiden alleine gehen nehmen wir den üblichen Weg zum Friedhof, besuchen dort ihren Bruder Samuel und gehen um den See zurück.
Neben Samuel ist das Grab eines älteren Herren mit dessen Frau ich mich öfter mal nett unterhalten habe. Sie war, als unser Grab frisch war, fast genauso geschockt wie wir und wir haben wirklich nette Worte gewechselt. Solche Gespräche vergisst man einfach nicht.
Sie war auch so lieb und hat ab und an das Unkraut bei uns entfernt, das habe ich allerdings leider erst recht spät erfahren.
Ich wollte ihr immer dafür mal richtig danken, da es für mich nicht selbstverständlich war und immer noch ist, dass jemand so etwas tut.
Die Chance habe ich leider nicht mehr.
Als ich am Sonntag mit dem Kinderwagen um die Ecke bog, sah ich die Kränze. Und wusste sofort was passiert ist.
Da stand ich also. Weinend aus Trauer über mein eigenes Kind, aus Trauer, dass diese Dame von uns gegangen ist, wütend auf mich selbst, dass ich nie so richtig danke gesagt habe, total überfordert mit der Situation an sich und der Tatsache, dass da ein Kind in meinem Kinderwagen schläft und dieses nicht da wäre, wenn das eine nicht von uns gegangen wäre.
Ich stand dort eine Weile fassungslos und es kam mir vor als wären es Stunden gewesen, dabei waren es bestimmt nur Minuten.
Als wir uns verabschiedet haben, was wir immer tun, indem ich einmal "Tschüß, Sam! Bis die Tage" sage, was einige verwundert, die das hören, gingen wir in Richtung See.
Die Sonne schien so schön auf das Wasser und es war so herrlich ruhig. Zeit zum Nachdenken, zum Ordnen der Gedanken.
Welche Gedanken ich da hatte? Ich weiß es nicht mehr genau, es war alles sehr konfus, aber ich weiß, was ich als letztes dachte, denn dieser eine Gedanke hat sich festgebrannt:
Es ist egal wie verdammt hart, schmerzhaft, traurig und scheisse das Leben ist. Es kann genauso schön sein und das teilweise im gleichen Moment.
Wir sehen es nur nie oder höchst selten.
Wir regen uns über Kleinigkeiten auf. Halten uns mit Dingen auf, die total unnütz sind, denken egoistisch.
Dieser Sonntag, dieser eine Moment, hat mir mal wieder gezeigt wie schnell alles vorbei sein kann und wie doof wir alle sind, dass wir so vieles nicht zu schätzen wissen, dass wir nicht oft genug rechts und links gucken, wie es anderen geht, dass wir an Verwandte, Freunde, Bekannte manchmal denken, aber uns nicht bei ihnen melden, weil es ja so viel Zeit hat.
Als ich nach Hause kam, bat ich meinen Mann eine Flasche Sekt zu holen.
Wir saßen im Garten, genossen die Sonne, Pheline schlief im Kinderwagen, Leonard spielte mit dem Hund im Sand.
In diesem Moment war alles kurz perfekt. Und ich dachte mir: Ab jetzt machen wir alles anders. Das Leben kann so schön sein, wenn wir es zulassen.
Also:
Auf das Leben!
Weil es schrecklich traurig sein kann,
weil vieles so verdammt unnötig ist,
und weil es trotz allem wunderschön ist.
Montag, 9. März 2015
Kindergeburtstag, die 5.!
Kindergeburtstage sind nicht mehr das, was sie mal waren.
Jedenfalls habe ich sie anders in Erinnerung.
Das kann zum Einen daran liegen, dass es so lange her ist und man sich bekanntlich nur an die schönen Dinge wirklich erinnert oder daran, dass es tatsächlich früher anders war. Besser würde ich jetzt nicht sagen, aber halt anders.
Dieses Jahr stand der 5. Geburtstag auf dem Plan. Die Faustregel "So viele Gäste wie das Kind alt wird" konnten wir gleich mal über Bord schmeissen. Ich konnte noch auf 8 Kinder minimieren, also waren es ingesamt 9 Kinder.
Da wir viel Platz haben, war mir das dann auch relativ schnurz. Ausserdem hatte ich ja dieses Jahr einen Plan. Dachte ich! Ich musste lernen, dass ein Plan wenig bringt, wenn man so einen Meute zu Gast hat wie wir.
Das erste Spiel war Flaschendrehen. Auf das Kind, auf das die Flasche zeigt gibt sein Geschenk ab.
Jetzt soll es Kinder geben, die Geschenke in Ruhe auspacken und sich entspannt anschauen, was sie denn bekommen haben. Meins gehört nicht dazu. Aufreissen, kurz anschauen, zur Seite legen, weitermachen.
Aus meinem Plan, dass das Spiel so ca. 20 Minuten dauert wurde also auch nichts.
Auf die Frage, wer denn gerne Kuchen essen möchte schrien sie natürlich alle "Iiiiiiich!!" Gut, dachte ich, dann sind sie da ja erstmal ruhig. Immerhin haben wir Muffins und einen Schokokuchen. Und Leonard muss ja die Kerze auspusten. Ha! Irrtum Nummer zwei!
Die Muffins mochte kaum einer (welch Wunder! Mein Sohn musste sich ja Papageien-Muffes aussuchen, die isst ja niemand ausser ihm...), die Schoki, die ich netterweise als Begrüßung auf die Teller gelegt hatte wurde auch bemängelt. Das sei eben die falsche Schokolade! Na, sowas aber auch... Wie konnte ich denn nur...
Kerze anzünden und auspusten war auch nur eine Sache von ca. 30 Sekunden, das Essen an sich sagen wir mal 10 Minute. "Darf ich aufstehen? Ich hab keinen Hunger mehr!" Das Übliche eben.
Meine glorreiche Idee Topfschlagen zu spielen fand erst großen Anklang, während des Spiels allerdings wurde es für die meisten tatsächlich zu langweilig. Genau genommen nach der ersten Runde.... Die Couch mit dem Riesenelmo war interessanter. Und das Lego, dass mein Sohn bekommen hat war noch interessanter.
Also war auch das Spiel sehr schnell beendet.
Die nächsten glorreiche Idee, die ich hatte war kleine Stoffbeutel anzumalen. Solle ja länger dauern, haben ja zwei Seiten diese Beutel. Hahahahaaaaa. Dachte ich. Nein, auch hier ein großer Irrtum! Kinder sind schnell im Malen und haben, welch Wunder, genauso schnell keine Lust mehr. Viele meinten eine Seite reiche ja auch vollkommen aus.
Stopptanz, in meinen Kindertagen schon ein Klassiker, war auch erst nur für einige eine tolle Idee. Das Geburtstagskind heulte erstmal rum, dass er ja nicht tanzen kann und das nicht spielen will. Als wir dann die Idee hatten, dass er ja die Musik stoppen kann, war er dann endlich auch überzeugt.
Damit konnten wir die Kinder tatsächlich längere Zeit beschäftigen. So ganze 3 Runden lang, was schon viel war. Aber jetzt kommt der Haken: Bitte keine Kinderlieder! Sondern: Atemlos von Helene! So, da wisst ihr bescheid! Der Partyknaller für alle Altersklassen!
Als selbst das alles langweilig wurde haben wir alle einfach rausgeschickt zum toben und Roller/Bobbycar/Kettcar fahren. Danach haben wenigstens alle gut gegessen, was ja auch noch nie vorkam auf unseren Geburtstagsfeiern.
Zusammenfassend kann man sagen: Wir waren in Schweiß gebadet, weil wirklich nichts von dem, was ich mir so toll ausgedacht habe wirklich angekommen ist. Ich bin da jetzt auch nicht wirklich kreativ, aber ich gebe mir Mühe jedes Jahr!
Dank Helene Fischer und Lego war es aber dennoch eine schöne Feier, die Kids waren, glaube ich zumindest, ganz zufrieden, das ist ja die Hauptsache.
Ich weiß nicht, ob ich es mir einbilde oder ob es wirklich so war, dass unsere Geburtstage damals weniger spektakulär, aber dafür spaßiger waren? Irgendwie war alles etwas weniger, aber wir haben alles mitgemacht. Es gab nur Topfschlagen, Blinde Kuh, usw. Das haben wir doch auch überlebt und fanden es toll.
Was soll man denn auch sonst machen? Also mal ehrlich... Ich bin da für alles offen! Ich hab noch ein paar Kindergeburtstage vor mir, also schickt mir gern Mails mit Tipps!
Danke an dieser Stelle auch noch mal an unsere liebe Helferin, ohne die der ganze Tag so gar nicht möglich gewesen wäre und an meine Mama, die mir netterweise meine kleine Tochter Pheline abgenommen hat. Denn sonst hätten wir gar kein Spiel gespielt und auch nichts zu essen gehabt ;)
Nächstes Jahr spiel ich einfach Helene in Dauerschleife und mache eine Legoparty: Jeder schenkt was von Lego und alle bauen es zusammen auf.
Dann sind alle glücklich und ich total tiefenentspannt.
Meine Nachbarin fragte mich übrigens jetzt am Wochenende, ob man denn überhaupt noch Topfschlagen und sowas spielt. Ja, sagte ich, wir schon. Und dann dachte ich, schande, was sind wir retro! So retro, dass es schon wieder fast cool ist. Jedenfalls für uns Eltern, die Kinder fand es ja eher so mittelprächtig.... Aber die Schleckmuscheln in ihren Naschitüten, die fanden sie auch wieder cool! Diese Kinder..... ;)
Mittwoch, 10. September 2014
Der kleine Drache "Kann-ich-nicht"
In unserem Fall dieses hier:
Der kleine Drache "kann-ich-nicht"
Zwei sehr sympathische Menschen haben mit diesem Buch wirklich viel Spaß und Ehrlichkeit in unser Kinderzimmer gebracht.
Wir haben das Buch schon etwas länger (ja, ich weiß, ich habe es Euch versprochen, liebe Vivien und lieber Timo, aber ich bin noch nicht eher dazu gekommen! Großes SORRY!!) und es ist tatsächlich eins der Lieblingsbücher von Leonard geworden.
Der kleine Drache "Kann-ich-nicht", der wohnt nämlich überall. In jeder Familie.
Er kann nämlich nichts alleine und weiß genau was er machen muss, damit Mama & Papa ihm helfen. Bis er eines Tages auf sich alleine gestellt ist, neue Freunde findet und von ihnen einiges lernt.
Plötzlich kann er nämlich doch alles selbst und präsentiert es auch stolz seinen Eltern.
Leonard erzählt uns jedes mal beim Lesen mit einem frechen Grinsen, dass er das auch so macht und uns veräppelt, damit er nicht alleine aufräumen oder Zähneputzen muss. Er liebt diesen kleinen Drachen und sagt auch oft im Alltag "Das kann ich nicht. Ich bin heute der kleine Drache Kann-ich-Nicht. Morgen kann ich das bestimmt wieder, so wie der Drache im Buch."
Die Illustrationen des kleinen Drachen, seiner Familie und seinen Freunden sind wirklich sehr liebevoll und niedlich gestaltet. Es macht Spaß sich auch nur mal die Bilder anzuschauen.
Und die Geschichte ist sehr schön und auch ermutigend sich mehr zu trauen.
Wir können das Buch also nur empfehlen und wer mal was ganz Neues im Regal stehen haben möchte, eine Geschichte, die noch nicht so bekannt ist, der sollte mal bei Amazon reinschauen.
Wir werden auf alle Fälle noch einige Exemplare ordern und verschenken, denn der kleine süße Drache ist viel zu unbekannt!
Übrigens hätten wir ihn gern als Kuscheltier, nur mal so an den Autor und die Illustratorin :)
Kinder, Kinder!
Genau genommen einen wichtigen. Welchen, werdet ihr zwischen den Zeilen des folgenden Textes (Gemeckers/Gejammers, was auch immer) lesen.
Ist es eigentlich normal, dass Kinder verplant werden? Müssen Kinder mit 4/5 Jahren jeden Tag ausgebucht sein? Bin ich jetzt eine der schrecklichsten Mütter, weil mein Sohn das nicht ist? Ich mache mir ernsthaft Gedanken darüber!
Wenn ich meinen Sohn aus der Kita abhole habe ich jeden Tag das gleiche Spiel: "Mama, ich will mich verabreden!!" Oft sage ich ja, aber dann hat keiner Zeit. Ich sage auch oft nein, weil wir was anderes vorhaben bzw. ich der Meinung bin, dass ein Kind auch den normalen Alltag, sprich Einkaufen, Hausarbeit, etc. miterleben muss. Ich habe ja auch nicht jeden Nachmittag nach der Arbeit ein "Entertainment-Programm".
Spontane Verabredungen mit anderen Kindern sind eher selten geworden und wenn dann immer mit den gleichen Kindern (was ja auch nicht schlecht ist, ganz im Gegenteil!). Stattdessen muss/kann/sollte man sich gefühlte Wochen vorher per Whatsapp, SMS, Telefonanruf, Treffen in der Kita schon fast einen "Termin" geben lassen.
Irgendwie war das früher anders. Vielleicht bin ich auch anders. Vielleicht bin ich auch anders groß geworden und gebe das so weiter und es ist total falsch? Ich weiß es nicht!
Alle haben "Termine". Sport, Musik, Turnen, weiß der Geier was noch alles. Ist ja auch ok, wenn es den Kindern Spaß macht. Langsam glaube ich allerdings, dass die Kinder nicht mehr alle alleine wählen, was sie machen wollen. Oder ich habe ein komisches Kind. Ganz die Mutter eben.
Mein Sohn wil nichts machen. Musikschule vielleicht noch. Aber da bin ich jetzt auch mal ehrlich: Als ich den Preis sah für ein bisschen mit Hausschuhen im Kreis laufen, und es dann noch hieß, die Kinder sollen ab 4 bitte Noten lernen und zeichnen (was ich ja wieder massiv übertrieben finden, denn mein Sohn möchte nur singen und trommeln, wie wir früher vor 25 Jahren) bin ich vom Stuhl gefallen. Wir leben jetzt nicht an der Armutsgrenze. Ohne arrogant klingen zu wollen: Uns geht es gut. Aber das war selbst mir zu viel des Guten!
Ausserdem kenne ich mein Kind, er wird einmal hingehen und nie wieder. Weil es ihm zu viel ist.
Sport ist auf nicht so seins. Mit Fussball sind wir (dank eines inkompetenten und asozialen Trainers) auch gescheitert.
Tennis spielt er gern, das macht er auch jeden Sonntag. Da bleibt dann trotzdem das Problem in der Woche....
Ich bleibe bei meiner oben genannten Ehrlichkeit: Ich bin nicht so der Vereinsmensch. Und auch keine Mutter, die ihr Kind überall rumkutschiert, damit es auch ja was lernt oder in irgendeiner Art aktiv ist.
Ich lasse ihn schon gern selber wählen, denn ich denke ab 4 kann ein Kind eigene Entscheidungen treffen, jedenfalls ein paar. Ich kann Vorschläge machen, aber entscheiden muss er selbst.
Ich mag es auch nicht sich jeden Tag zu verabreden. Es ist mir zu viel!
Dann müsste ich ja auch jeden Tag aufräumen. Wie soll ich das denn noch schaffen mit Arbeit, Garten, Hund, Wäsche, etc.? Sorry.... Es gibt Menschen in meinem engeren Bekanntenkreis, da ist es mir schnurz wie es hier aussieht. Die meisten lasse ich allerdings nur rein, wenn es ordentlich ist.
Ich hab auch nicht gern jeden Tag Besuch. Eigenbrötler halt (für manche auch total bescheuert).
Ich mag es nicht ihn abzuholen und frustriert zu sehen, weil keiner Zeit hat. Ich mag es nicht ihm erklären zu müssen, warum es heute nicht spontan geht sich zu verabreden. Ich hasse es, wenn er deswegen weint. Weil ich ihn so verdammt gut verstehen kann und es macht mich irgendwie wütend.
Ich bin enttäuscht und traurig, dass er enttäuscht und traurig ist. Kommt ihr da noch mit?
Heute zum Beispiel. Es hatte keiner Zeit. Es ist Mittwoch. Die Kinder sind fast alle in der Musikschule. Ich weiß das, weil ich das jeden Mittwoch als Antwort höre, wenn Leo fragt wer Zeit zum Spielen hat. Ich kenne also mittlerweile die "Terminpläne" anderer Kinder. Fand heute allerdings keiner lustig als ich das mal so ausgesprochen in den Raum bzw. Garten warf. Naja, wenigstens ich hab gelacht, hat ja auch was.
Leo fand das auch nicht lustig. Er war traurig. Ich auch.
Klar, hätte ich bei dem Wetter auf den Spielplatz gehen oder einen Spaziergang machen können. Hätte ich, wenn da nicht ein kleines zeitlich begrenztes Problem wären, dass sich Schwangerschaft nennt und leider dazu führt, dass ich an manchen Tagen weder lange sitzen noch laufen kann. So wie heute.
Jaja, könnt ihr sagen, die stellt sich an. Die mosert nur rum, dabei ist sie selbst Schuld. Kann sich ja Wochen vorher verabreden und muss sich ja nicht so anstellen wegen einem Verein oder andere Aktivitäten, soll mal nicht so stur sein und aufhören zu jammern, andere sind auch schwanger und haben schon 3 Kinder. Pffff..
Vielleicht stelle ich mich an. Vielleicht jammer ich auch blöd rum. Vielleicht könnte ich Leo auch Wochen vorher verabreden und ihn jeden Tag bespaßen.
Will ich aber nicht.
So bin ich eben nicht.
Und wie soll es denn werden, wenn das Baby da ist? Einiges wird so nicht mehr möglich sein. Auch daran muss er sich gewöhnen.
Manchmal da wünsche ich uns zurück in meine Kindheit. Wünschte Leo könnte das erleben. Wo es keine "Termine" für Kinder gab oder nicht so viele, wo wir uns auf dem Bolzplatz oder draussen im Hof getroffen haben. Wo meine Mutter mich mit 4/5 Jahren alleine raus schicken konnte in unserer Hochhaussiedlung ohne Angst haben zu müssen, weil immer jemand auf uns aufgepasst hat.
Wir waren nie allein, es waren immer andere Kinder da. Uns war selten langweilig (auch, wenn wir das gerne mal behauptet haben). Wir waren frei. Wir waren Kinder mit aufgeschürften Knien, dreckig bis in jede Falte und haben unglaublich viel Mist gebaut und dabei unendlich viel Spaß gehabt.
Es gab keine Handys, kein Whatsapp, kein Stress, jedenfalls haben wir den nicht mitbekommen.
Und wenn meine Mutter gesagt hat, dass ich heute mal nicht draussen spielen kann, weil wir einkaufen und putzen müssen, dann wurde sie nicht doof angeschaut, denn das war normal.
"Entertainment-Programm" gab es nicht.
Es war schön damals. Und als ich heute aus der Kita mit Leo nach Hause fuhr, kamen alle diese Bilder und Erinnerungen noch mal hoch. Und die blöden Hormone haben mich deswegen heulen lassen. Jetzt schon wieder.
Und dann kommen die Zweifel auf? Mache ich das alles richtig?
Macht das noch jemand so? Oder stehe ich allein da mit meiner Einstellung?
Sonntag, 1. Juni 2014
Erwachsen werden? Nö.
Sonntag, 25. Mai 2014
Hamburg, meine Perle
Ich liebe Hamburg.
Weil diese Stadt mir zeigt wie wandelbar alles sein kann, dass es immer was neues gibt, dass das Leben eigentlich schön ist, die Menschen nett, dass jeder Moment zählt und ich nächste Woche wieder an der gleichen Stelle stehen kann und alles anders ist.
Alleine dieser Blick lässt mich kurz alles vergessen und frei sein. Ich kann durchatmen ohne mir Gedanken zu machen.
Leo stand neben mir und alles war kurz gut, seine großen Augen neugierig auf das Schiff gerichtet.
Es gibt keine Stadt in, die mich so glücklich macht (außer Vancouver).
Ich bin weit weg von allem, kann in Ferne sehen, mir steht alles offen und doch bin ich nur kurz von zu Hause weg.
Die beste Entscheidung meines Lebens war es hier her zu ziehen, auch wenn viele damals behauptet haben, dass ich damit total auf die Nase falle.
Tja, 8 Jahre später bin ich immer noch hier und wohne direkt neben dieser traumhaften Stadt. Ätsch. Ich geh auch nicht mehr weg. Ich habe hier Wurzeln geschlagen, eine Menge durchgemacht und kann das alles hier "zu Hause" nennen. Ein herrliches Gefühl!
Hamburg, meine Perle. Für immer.
Freitag, 16. Mai 2014
Mama, wozu braucht man Geld?
Da wir das Thema immer wieder haben und ich jedes mal erkläre, dass wir arbeiten müssen, also etwas leisten, dafür Geld bekommen und damit den Einkauf bezahlen und vieles mehr, mein Sohn das aber manchmal versteht und manchmal nicht (was meistens daran liegt, dass er keine Lust hat zuzuhören, weil die Gemüseabteilung oder irgendwas anderes gerade spannender ist), erkläre ich ihm das jetzt eben praktisch an verschiedenen Beispielen.
Wenn wir zum Beispiel einkaufen gehen und er das Obst und Gemüse aussucht, einpackt, wiegt und in den Wagen legt, bestimmte Sachen aus den Regalen holt, die wir brauchen und mir an der Kasse hilft die Sachen aufs Band zu legen, bekommt er die Münze aus dem Einkaufswagen als "Verdienst".
Wenn wir zu Hause aufräumen und putzen und er dabei hilft, bekommt er von mir auch 50 Cent. Gleiches gilt für Gartenarbeit.
Erstens hat er Spaß an den Dingen, lernt mit anpacken, ist stolz, dass er etwas tun konnte wie ein Erwachsener und lernt dabei gleichzeitig, dass er für sein Geld arbeiten muss.
Das Geld kommt in sein Portmonee und wenn wir einkaufen gehen darf er sich davon kaufen, was er möchte (ausser es ist totaler Quatsch oder nicht altersgerecht).
So bin ich auch groß geworden und wusste ziemlich früh, dass das Geld nicht einfach so zugeflogen kommt und wie viel es eigentlich wert ist. Die Sachen, die ich mir davon gekauft habe hatten eine viel größere Bedeutung für mich.
Und genau das beobachte ich bei meinem Sohn auch und wenn wir dann darüber reden warum wir Geld brauchen und wo es herkommt, kann er sich ein Stück weit selbst erklären. Je älter er wird, desto mehr Informationen kommen dazu, da er ja auch altersentsprechend andere Fragen stellt.
Wo es zum Beispiel genau her kommt und warum es aus einem Geldautomaten kommt oder warum wir mit einer Plastikkarte bezahlen können, sind Dinge, die ein 4jähriger dann doch noch nicht ganz versteht. Aber irgendwann werden diese Fragen kommen. Dann komme ich dann leider ins Schwitzen, aber dafür ist ja dann Papa da ;)
Ich finde es sehr sehr wichtig, dass Kinder früh lernen mit Geld umzugehen und nichts als selbstverständlich hinnehmen. Das Geld wächst nun mal nicht auf Bäumen und ohne geht auch nichts.
Wenn ich etwas haben möchte, dann muss ich dafür auch was tun. Das ist nicht immer leicht, das ist nicht immer schön, aber so ist das Leben.
Warum sollte ich das vor einem Kind verbergen? Das wäre, in meinen Augen, eine falsche Vorstellung, die vermittelt wird.
Es ist wahnsinnig spannend, was unsere Kinder aus unserem Alltag ziehen, erklärt haben wollen, was für uns schon selbstverständlich ist, was ich noch mal alles nachschlagen muss und wieder selbst lerne.
Und jetzt fahre ich zur Arbeit. Um Geld zu verdienen, damit wir einkaufen können :)
Schönen Tag Euch! Und an alle, die schon frei haben: Schönes Wochenende!
Freitag, 9. Mai 2014
Das Leben ist schön.
Donnerstag, 8. Mai 2014
Mein Kind vs. Mein Hund!
Und da verhält es sich ähnlich wie auf einem Kinderspielplatz:
Es gibt nette Eltern, die auf ihre Kinder achten und eben nicht so nette, denen alles scheissegal ist und ihr Kind ja nie was tut oder es nicht so meint.
Ich war also gewappnet!!!
Das Wetter an unserem ersten Tag am Hundestrand war durchwachsen. Nicht wirklich warm, nicht wirklich kalt, aber trocken und sonnig. Ideal also für April an der See. Leo hat sich unterwegs noch schnell mit Papa zusammen einen Eimer und eine große Schaufel geholt damit er auch ordentlich buddeln und Muscheln suchen kann.
Wir haben ihm von vornherein erklärt, dass wir an einen anderen Teil des Strandes gehen und dort viele Hunde sein werden, nicht angeleint, dass nicht alle so lieb sind wie Charlie und spielende Hunde durchaus angsteinflößend sein können, sie es aber nicht so meinen, das kennt er ja. Hatte er alles verstanden und freute sich sehr auf den "neuen" Strand.
Er rannte auch gleich drauf los, es waren nicht viele Hunde da, etwas weiter weg, waren zwei Große und ein Kleiner, die tobten, sich aber nicht für uns interessierten. Wir blieben gleich am Anfang des Hundebereiches, denn dort wollte Leo buddeln. Charlie blieb erst mal an der Leine, denn mit hören und zurückkommen hat er es noch nicht so, das üben wir gerade noch. Es war uns einfach noch zu gefährlich ihn loszumachen.
Und dann kam eine Dame mit einem mittelgroßen Hund (fragt mich nicht nach der Rasse, irgendwas zottelartiges) und ein Herr mit einem Jagdhund (fragt mich da mich da auch nicht nach der Rasse! Groß, braun, Schlappohren. Ich weiß, dass es ein Jagdhund ist, ich weiss nur den genauen Namen der Rasse nicht). Wir konnten schon vom Weiten erkennen, dass beide mit ihren Hunden an der Leine schon stark zu kämpfen hatten.
Als sie in unserer Nähe waren liessen sie die Hunde los. So weit, so gut. Unser wollte natürlich auch spielen, hatte dann aber doch mehr Schiss vor den beiden.
Leo, allerdings, stand in der Schusslinie. Beide Hunde umkreisten ihn ziemlich wild. Er wurde ängstlich, unsicher, bekam leichte Panik. Die beiden Besitzer der Hunde haben das wohl gesehen, es hat sie aber nicht interessiert. Von der Dame kam ein stumpfes " Ja, die wollen hat nur spielen! Muss man den Hund auch mal loslassen!!! Der muss ja auch mal Spaß haben!" Als ich dann etwas ungehaltener anmerkte, dass es gerade nicht um den Hund ginge, sondern um mein Kind und dass man da durchaus Rücksicht nehmen sollte und meines Erachtens nach auch MUSS, brach das Donnerwetter aus. Was sie sagte, weiß ich nicht, ich habe nicht mehr hingehört. Der Herr nahm seinen großen Hund netterweise an die Leine. Wenigstens er hat dann reagiert. Sie ist dann weiter gegangen.
Leo war leicht panisch und hat nun Angst vor größeren Hunden, weil er es einfach auch nicht einschätzen konnte. Wie kann ein Kind von 4 Jahren das auch? Selbst ich kann es nicht immer einschätzen. Das mag daran liegen, dass ich mich jetzt erst intensiv mit dem Thema Hunden auseinandersetze oder daran, dass wir in letzter Zeit schlechte Erfahrungen gemacht haben und ich auch langsam Angst bekomme bei diversen Hunden und ihren Haltern.
Es kann nicht sein, dass ich spazieren gehe und ein zähnefletschender Hund vor uns steht, weil der Besitzer keinen Zaun um sein Grundstück baut, weil ER der Meinung ist, das bräuchte man nicht, der Hund tut ja nichts. Ich war froh, dass Leo nicht dabei war.
Es kann auch nicht sein, dass ich spazieren gehe und ein Auto fährt auf eine Einfahrt, an der man gerade vorbei geht, wo man erst ein elektrisches Tor öffnen muss, der Fahrer uns sieht und zwei große Hunde auf uns zulaufen lässt, die ganz sicher auch nicht spielen wollten, so viel konnte ich wohl erkennen.
Es kann auch nicht sein, dass man an kaputten Zäunen entlang geht und man angeknurrt wird von einem zähnefletschenden Hund und die Besitzer das lustig finden und auch noch "FASS!" rufen. Da rutscht mir auch das Herz in die Hose.
Ich kenne zum Glück einige Hunde und ihre Besitzer, die nicht so sind. Ich habe mir das mit unserem Hund auch sehr gut überlegt. Wir haben lange, lange gewartet und uns über alle Rassen schlau gemacht, was zu uns passt, ob wir damit umgehen können, was auf uns zu kommt.
Ich weiß, wenn mir ein Kind entgegen kommt, habe ich meinen Hund an der Leine oder bei Fuss. Mein Hund darf gerne bellen, wenn jemand Fremdes am Zaun entlang geht, aber ich pfeiffe ihn zurück, wenn es überhand nimmt und ich es mitbekomme.
Wenn mein Hund draussen auf der Einfahrt ist und es kommen Fremde, Kinder, was auch immer, muss er sofort zu mir kommen. Das muss er lernen und da arbeiten wir auch dran.
Ich möchte nicht so einen Hund. Ich möchte auch solchen Hunden nicht mehr begegnen.
Es ist eben wie bei Kindern: Manche "Eltern" versauen eben alles. Erziehung ist wichtig, wird aber meistens als lächerlich betrachtet.
Ich bin auch nicht die perfekte Hundebesitzerin. Es gibt aber Dinge, auf die ich achte, die mir wichtig sind. Ich lebe nicht allein mit meinem Hund in dieser Welt und es ist und bleibt ein Tier. So süß und lieb wie mein Hund sein kann, ich weiß nicht wie er auf bestimmte Situationen und Kinder reagiert genauso wenig weiß ich, wie mein Kind auf bestimmte Hunde reagiert.
Das werden aber manche Menschen leider nie verstehen.
Zum Glück haben wir auch sehr sehr positive Erfahrungen machen dürfen und durch unsern Charlie ganz liebe Menschen und Hunde kennengelernt, große und kleine.
Ich muss meine Angst wieder besiegen und Leo wird bestimmt auch wieder schnell merken, dass es viele liebe Hunde gibt.
Schade nur, dass man so was überhaupt erleben muss.
Meine große Liebe: Die Ostsee
Es war herrlich! Wir hatten sogar gutes Wetter (das hatten wir die letzten Male als wir dort waren leider nicht, selbst um Juni letzten Jahres regnete es leider und war sehr kalt).
Mein Mann und ich wir lieben die Ostsee. Wir waren als Kinder schon dort und haben wahrscheinlich miteinander gespielt ohne zu ahnen, dass wir später mal verheiratet sein würden. Es ist schön Erinnerungen zu haben, die wir beide teilen, obwohl wir uns damals nicht kannten und diese weiterzugeben an unseren Sohn. Er ist auch schon großer Ostsee-Fan, wir haben ihn damit angesteckt, hihi...
Da wir es nicht so weit dort hin haben (wir sind in knapp 45 Minuten dort) findet man uns dort natürlich öfter, auch gerne mal am Wochenende. Wenn wir dann gleich eine ganze Woche oder länger dort bleiben können, beginnt bei uns schon Monate vorher eine große Vorfreude.
Die einen fliegen gerne auf die Kanaren oder Mallorca: Wir fahren nach Grömitz!
Wir haben so oft Kataloge gewälzt, uns Hotels und Flüge angeschaut und landen dann doch am Ostseestrand. Wir sind einfach zu faul alles in Koffer zu packen und in ein Flugzeug zu schleppen, wenn man es auch ins Auto packen kann und so schnell da ist.
Natürlich werden wir auch mal mit Leo in den Urlaub fliegen, aber jetzt ist erstmal das Haus dran. Es ist halt eben auch alles an einen gewissen Kostenfaktor gebunden. Alles geht nun mal nicht.
Diese eine Woche war für uns Erholung pur! Gutes Wetter, Strand, Spaziergänge, ein wunderschönes Ferienhaus mit allem drum und dran, kann es besser sein?
Der Hund war glücklich, Leo war glücklich, wir waren glücklich. Und es kam uns vor als wären wir 3 Wochen weg gewesen. So entspannt waren wir ewig nicht. Wir haben einfach alle Gedanken zu Hause gelassen und nur in den Tag hineingelebt. So wie Urlaub eben sein soll.
Für uns taten sich sogar neue Welten auf, denn den Hundestrand kannten wir bisher noch nicht. Er ist sehr schön in Grömitz, das muss ich sagen. Die meisten Hundebesitzer sind auch sehr nett, wir haben sehr nette Gespräche geführt.
Leider gibt es einige Hundebesitzer, die auf Kinder nicht wirklich achten oder ihren Hund über die Kinder stellen, das bleibt dann doch eher negativ im Hinterkopf. Darauf werde ich den nächsten Tagen aber noch mal gesondert eingehen.
Für mich persönlich ist Urlaub am Meer immer sehr entspannend. Das Rauschen des Meeres, der Blick auf den Horizont, die Wellen, die Seeluft, all das lässt mich vom Alltag abschalten. Ich kann in Ruhe nachdenken, plane nichts mehr, grüble über die Vergangenheit und die Zukunft, was wohl so kommen mag, beschäftige mich aber nicht allzu sehr damit, geniesse den Moment, denn auch, wenn der Blick aufs Wasser immer gleich aussieht, ist er doch einzigartig und jedes mal ein wenig anders, wenn man genau hinschaut.
Deswegen habe ich immer meine Kamera dabei. Um jeden kleinen schönen Moment des Lebens einzufangen.
Vielleicht bringe ich Euch ja damit ein bisschen Urlaub nach Hause? Und auch etwas Sonne, denn da draussen regnet es ja heute wie im November... Jedenfalls hier im Norden.
Macht Euch schöne Gedanken und geniesst den Moment.

